Selbstvertrauen, Verantwortung und die Verbindung zur Natur sind der größte Gewinn
Tauchen wirkt sich äußerst positiv auf Kinder aus, und zwar nicht nur als Aktivität, sondern als starke Entwicklungserfahrung. Beim Kennenlernen der Unterwasserwelt entwickeln Kinder Selbstvertrauen, Verantwortungsgefühl und eine tiefere Verbindung zur Natur.
Praktisches Wissen, das für immer bleibt
Eine der ersten Situationen, die mir bei der Arbeit mit Kindern im Gedächtnis geblieben ist, war die Frage: "In welche Richtung schließt das Ventil?" Da wurde mir klar, dass viele Kinder nie die Gelegenheit hatten, mit einfachen technischen Dingen in Berührung zu kommen. Wir haben das Gespräch schnell auf Ventile im Alltag ausgeweitet, etwa den Wasserhahn in der Küche, und da begann ihr echtes Lernen.
Tauchen bringt ihnen praktische Dinge bei, die sie schnell mit der wirklichen Welt verknüpfen können, und das gibt dem Lernen sofort einen Sinn. Es verändert ihre Einstellung zum Lernen insgesamt: Sie beginnen, es als etwas Nützliches und Anwendbares zu sehen und nicht nur als Schulpflicht.
Verantwortung für sich selbst und für andere
Kinder lernen sehr schnell, dass sie nicht nur für ihre eigene Ausrüstung und den Luftvorrat in der Tauchflasche verantwortlich sind, sondern auch für die Sicherheit ihres Tauchpartners. Hier ist kein Platz für Fehler, die wir morgen ausbessern. Wenn dir die Luft ausgeht oder die Ausrüstung nicht richtig zusammengebaut ist, sind das ernste Situationen. Genau deshalb entwickeln Kinder ein neues Maß an Ernsthaftigkeit und Verantwortung, das sie in anderen Lebensbereichen oft nicht zeigen.
Ökologie, die nicht nur Theorie ist
Tauchlehrer sind fast immer Menschen mit ausgeprägtem Umweltbewusstsein, einfach weil wir von einem sauberen und intakten Meer leben. Dieses Bewusstsein geben wir auch an die Kinder weiter. Anders als im theoretischen Umweltunterricht in der Schule ist hier alles konkret und nah. Beim Tauchen stoßen Kinder fast jedes Mal auf eine Plastikflasche, eine Dose oder anderen Müll.
Die Tauchlehrer sammeln diesen Müll ein und bringen ihn an Land, und natürlich sehen die Kinder das. Es gibt keinen besseren Weg, ihnen zu zeigen, was Umweltschutz bedeutet. Gleichzeitig bemerken sie auch, wie viele Fische es an manchen Stellen gibt oder wie wenige es tatsächlich sind. Dann wird Ökologie für sie etwas sehr Reales und Wichtiges.
Das Unbekannte entdecken, selbst für die, die am Meer leben
Überraschenderweise sind selbst Kinder, die am Meer aufgewachsen sind, oft verblüfft von dem, was sie unter Wasser sehen. Die Meereswelt ist anders, als sie es sich vorgestellt haben. Dieses Verständnis verschafft ihnen einen Vorsprung in der Schule, denn sie erleben und verstehen Dinge, die manchmal nicht einmal ihre Lehrer aus erster Hand kennen.
Sie lernen etwas über Wellen, Wellenlängen, Gezeiten, Sicht, Meeresströmungen, Winde und die Unterschiede zwischen sicheren und unsicheren Wetterbedingungen zum Tauchen. Das ist Wissen, das man nicht aus Lehrbüchern erwirbt, sondern durch Erfahrung.
Selbstvertrauen, das wächst
All diese Fähigkeiten, von den technischen bis zu den ökologischen, geben Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Selbstvertrauen. Sie erwerben Wissen, das ihre Altersgenossen oft nicht haben, und manchmal können sie sogar Erwachsene korrigieren, besonders wenn es um die Regeln des Meeres geht.
Tauchen lehrt sie zu denken, zu planen, aufeinander aufzupassen und sich um die Welt um sie herum zu kümmern. Und das sind Lektionen, die ein Leben lang bleiben.

