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Kaltwassertauchen (therapeutisch) im Winter ohne Trockenanzug: wie du dich vorbereitest und es genießt

Tauchen in den Wintermonaten kann ein fantastisches Erlebnis sein, und das Gefühl nach dem Tauchgang ist oft richtig "therapeutisch". Die gute Nachricht: Du brauchst keinen Trockenanzug, um im Winter zu tauchen. Mit etwas kluger Vorbereitung und ein paar Tricks kann ein Nassanzug völlig ausreichen - zumindest für kürzere und kontrollierte Tauchgänge.

Im Folgenden findest du bewährte Tipps, wie du das Kaltwassertauchen angenehmer, sicherer und interessanter machst.

1) Wie du den Nassanzug "verstärkst"

Ein Nassanzug wärmt, indem er eine dünne Wasserschicht am Körper hält. Du erwärmst dieses Wasser, und der Anzug verlangsamt seine Strömung und den Wärmeverlust. Das Ziel ist: so wenig Austausch von kaltem Wasser wie möglich, so viel stabile Schicht wie möglich.

Trick #1: eine zusätzliche Schicht unter dem Anzug

Zieh ein Shirt, eine Leggings oder eine dünne Thermoschicht unter das Neopren (Lycra, dünnes Neopren, Thermounterwäsche). Das gibt dir zusätzliche Isolierung und sorgt dafür, dass sich das Wasser am Körper weniger bewegt.

2) Hände: sie kühlen am schnellsten aus

Trick #2: Latexhandschuhe unter dem Neopren

Zieh unter den Neoprenhandschuhen dünne Latex- oder Nitrilhandschuhe an (wie "Arzthandschuhe"). Sie verringern das Durchspülen mit kaltem Wasser und verzögern oft das Gefühl "steifer Finger".

3) Füße: Socken sind Pflicht

Trick #3: Neoprensocken, die gut sitzen

Wenn du mit Füßlingen tauchst, besorg dir Neoprensocken. Die Dicke ist weniger wichtig als die Passform:

  • sie sollten so eng wie möglich am Bein anliegen,
  • aber ohne einzuschnüren (damit sie die Durchblutung nicht beeinträchtigen),
  • das Ziel ist wieder jene stabile Wasserschicht, die sich schnell erwärmt.

4) Die Thermoskanne: ein kleiner Trick mit großer Wirkung

Trick #4: warmes Wasser in den Anzug vor dem Einstieg

Eine Thermoskanne mit warmem Wasser ist der beste Freund des Wintertauchens. Gieß dir vor dem Einstieg ins Meer etwas warmes Wasser in den Anzug (oder gleich nach dem Einstieg, solange du an der Oberfläche bist). So verhinderst du den schlimmsten Moment, in dem kaltes Wasser durch den Anzug "schießt" und dir die Lebensfreude raubt.

Bonus: Das verlängert deinen Tauchgang oft um weitere 10 Minuten (manchmal mehr), weil du langsamer in die Unterkühlung gerätst.

5) Tauche, solange es angenehm ist - Zittern ist das Zeichen zum Ausstieg

Die wichtigste Regel: Tauche nur so lange, wie dir nicht kalt ist. "Kalt" ist subjektiv und muss respektiert werden.

Wenn du anfängst zu zittern, verbraucht dein Körper enorme Energie fürs Aufwärmen (Zittern ist Muskelarbeit), also:

  • du verbrauchst mehr Luft,
  • du verlierst Kraft,
  • du verringerst deine Sicherheit.

In der Praxis: Wenn das Zittern einsetzt, hättest du längst draußen sein sollen.

Besonders wichtig ist das beim Bootstauchen, wenn der Ausstieg schwierig ist. Im schlimmsten Fall hast du nicht genug Kraft, um sicher ins Boot zurückzukommen - nimm das also ernst.

6) Atemregler und kaltes Wasser (unter 10 °C)

Wenn du bei Temperaturen unter 10 °C tauchst, achte auf deinen Atemregler:

  • für kaltes Wasser werden Atemregler mit geschlossenem ("sealed") System verwendet,
  • hochwertigere Modelle vertragen die Bedingungen besser und haben ein geringeres Vereisungsrisiko,
  • andere Atemregler können in der Kälte "vereisen" (Freeflow / Vereisung der ersten Stufe).

Bei anspruchsvolleren Kaltwassertauchgängen werden oft zwei getrennte erste Stufen getragen, aber fürs Sporttauchen im kalten Wasser kann auch ein einziger Atemregler genügen, der für Bedingungen unter 10 °C freigegeben ist - mit kluger Planung und Vorsicht.

7) Lass die Ausrüstung vor dem Tauchgang nicht auskühlen (besonders Tauchflaschen und erste Stufe)

Wenn es draußen sehr kalt ist (vor allem unter null), achte darauf, wo deine Tauchflaschen vor dem Tauchgang liegen. Lässt du sie über Nacht im Auto, können die Luft in den Flaschen und das Metall "unter null" sein, was die Vereisung des Atemreglers begünstigt.

Die bessere Lösung:

  • bewahre Flaschen und Ausrüstung drinnen oder an einem wärmeren Ort auf,
  • bring sie so spät wie möglich zum Tauchplatz,
  • vermeide unnötiges Abblasen von Luft und Herumspielen mit dem Atemregler in der Kälte.

8) Tauchen ist ein Mannschaftssport

Tauche nicht allein - und halte dich an die Regel, die wir alle mögen:

Jeder kann jederzeit und aus jedem Grund den Tauchgang abbrechen.

Wenn dein Tauchpartner zeigt, dass ihm kalt ist - der Tauchgang ist beendet. Keine Diskussion, kein Überreden.

Zum Schluss: Kaltwassertauchen hat auch diese "therapeutische" Seite

Wintertauchen kann wie ein Reset wirken: Nach Tagen im Warmen und mit wenig Bewegung "weckt" ein einziger Tauchgang im kalten Wasser den Körper wirklich auf. Genau deshalb sollte man es klug angehen: Wärme, Sicherheit und Kontrolle haben Vorrang.

Wenn du diese Regeln beachtest, wirst du viel Spaß haben - und dich sehr wahrscheinlich in die winterlichen Bedingungen verlieben.

P.S. Es gibt immer welche, die das nur in einem einteiligen Nassanzug schaffen. Das sind die "Verrückten", schau nicht auf sie ( einige meiner Freundinnen und Freunde werden sich wiedererkennen )


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